
Die Krankheit war stärker
Am 08.09.2011 verließ Tanja uns...
06.10.2010.
Tanja macht den dritten Chemotherapiekurs (mit dem Präparat Holoxan) durch. Ihr stehen noch zwei Kurse bevor.
Die Suche nach dem passenden Spender ist fast abgeschlossen, parallel dazu wurden beide Eltern typisiert. Nach dem Abschluss der chemotherapeutischen Behandlung wird die Möglichkeit der Knochenmarktransplantation besprochen.
"Schätze das, was du schon jetzt hast - denke nicht darüber nach, was du haben könntest". Tatjana Sutschkowa hat den Sinn dieser Phrase vor sechs Jahre begriffen – genau dann, wenn sich ihr Leben in "vorher" und "nachher" teilte. Damals, im Alter von vierzehn Jahren, wenn das Leben beginnt sich zu verändern, die Altersgenossinnen gerade erst anfangen schüchtern auf die Blicke der Jungs zu kichern, wenn Zukunftspläne erst gebaut werden, ist Tanjuscha mit der furchtbaren Seite des Lebens zusammengestoßen... Das junge Mädchen verstand schon damals den ganzen Schrecken der ihr vom Arzt gesagten Wörter. Verstand, wie schwer ihre Diagnose ist - das Ewing-Sarkom. Sie bekam einen furchtbaren Feind - den Krebs.
Sie weinte nicht, sondern sie fing an tapfer und tollkühn dagegen zu kämpfen. Die qualvollen Blöcke der Chemotherapie, die Schlaflosigkeit, die Übelkeit, die wilden Schmerzen, dann kurze Tage der Erleichterung, in denen sie versuchte den Durst auf Erholung mit gierigen Zügen frischer Luft zu stillen - verzweifelter Versuch die Kräfte wieder herzustellen, um dann zurück in den Alptraum namens Chemotherapie einzutauchen. Dann kam ein glücklicher Augenblick des langersehnten Beschlusses der Ärzte - die Remission. Vom Glück sind Tanja und ihre Familie wie auf Flügeln geflogen: sie haben sich stärker als furchtbare Krankheit erwiesen, sie haben es geschafft!
Ein halbes Jahr schwebte die Familie Sutschkov im Glück mit der Hoffnung, dass das Schwerste vorbei wäre. Tanjas Körper hat sich nicht mal ganz von Strapazen der Therapien erholt, als das Schicksal wieder zuschlug. Schreckliche Nachricht nach einer Untersuchung brachte die Gewissheit - die Krankheit ist wieder zurück. Zähne zusammenpressend hat Tanja wieder das schwere, ungleiche Gefecht angenommen. Mit jedem Block der Chemotherapie flüsterte sie sich und Mama zu: "Ich bin stärker, stärker. Ich werde gewinnen“. Aufmunternd schaute sie in die sorgevollen Augen ihrer Mutter. Trotz der Schmerzen, die den Körper in Stücke zu zerreißen schienen, presste sie die Zähne zusammen und schluckte die Tränen herunter - Mama soll nicht sehen, wie schlecht es ihrer Tochter geht. Nur wenn Tanja gar keine Kräfte mehr hatte, um die Schmerzen zu ertragen, stöhnte sie leise, fast lautlos.
Wieder hat sich Tanja stärker als ihr Krebs erwiesen. Die frohe Nachricht, über die erneut erreichte Remission hat sie ruhig, ohne Erstaunen angenommen. Diesmal freute sich auch die Familie ganz still – zu groß war die Angst vor dem neuen Schlag, dem Rückfall. Das erste Jahr nach Abschluss der Behandlung lebten Tanja und ihre Eltern in dieser ständigen Angst, begleitet von einer scheuen Hoffnung. Sehr langsam glättete sich das ständige Erinnern nach erlebtem Alptraum in ihren Gedächtnissen. Tatjana machte den Schulabschluss, begann zu studieren. Sie dachte immer seltener an die Wahrscheinlichkeit des Rückkehrs der Krankheit. Aber zu diesem Zeitpunkt klopfte diese bereits beharrlich an der Tür... Das Rezidiv.
Diese Nachricht war die erste, die Tanja zu Tränen erschütterte. Es waren keine Tränen der Hoffnungslosigkeit – sie war einfach so gekränkt… Es tat weh nicht nur für sich, es tat genauso weh für die Verwandten an ihrer Seite, die sich gerade jetzt trauten, an die Hoffnung des neuen Lebens zu glauben und Pläne für die Zukunft zu bauen. Auch diesmal bleibt Tanjuscha sich treu. Sie kämpft sich standhaft durch die Therapie, trotzt den unglaublichen Schmerzen, versucht mit ihrem Lächeln Mama, die immer da ist, etwas Mut zu geben...
Ärzte sagten, dass im Tanjas Fall die Durchführung von einer allogenen Knochenmarktransplantation die einzige Chance auf Genesung ist. Operiert wird im Institut für Kinderhämatologie und Transplantologie „Raissa Gorbatschowa“ kostenlos für den Patienten. Leider werden aber die Kosten für die Suche nach einem Knochenmarkspender weder vom Staat noch von Krankenkassen übernommen. Die Rechnung der internationalen Base der Knochenmarkspender "Stefan-Morsch-Stiftung" beläuft sich auf 15000 Euro. Für Familie Sutschkow ist es eine unrealistische Summe. In Anschaffung kostspieliger Medikamente für die aktuellen Chemotherapien werden sie von Wohltätigkeitsstiftung AdVita unterstützt, denn die langjährige Krankheit der Tochter hat alle Finanzreserven der Familie verschlungen. Tanja und ihre Eltern wenden sich an uns alle mit Bitte, ihren schweren Kampf gegen diese furchtbare Krankheit zu unterstützen.
Dieses mutige Mädchen darf den Kampf gegen den Krebs nicht wegen dem Fehlen von 15000 € für die Suche nach einem lebensnotwendigem Spender verlieren. Sie ist schon nah am langersehntem Ziel. Wir können ihr helfen, den letzten Ruck zu machen. Den entscheidenden Schritt zum Leben, zur Liebe, zum Glück.


