Tschelyabinsk

Guten Tag, liebe Spender, Helfer und alle Gleichgesinnte!

Endlich können wir Ihnen berichten, wie unser erstes Projekt zur humanitären Hilfe für die Krankenhäuser in der Ukraine und in Russland abgeschlossen wurde. Heute geht es um zwei Krankenhäuser in Russland – Bezirkskrankenhaus der Stadt Tschelyabinsk, Zentrum für pädiatrische Onkologie und Hämatologie und Bezirkskinderkrankenhaus der Stadt Ekaterinburg, Zentrum für pädiatrische Onkologie.

Unser erstes Ziel war das Krankenhaus der Stadt Tschelyabinsk. Vor unserem Besuch haben wir fleißig eingekauft und kamen ins Krankenhaus mit vielen Geschenken im Gepäck: Malbüchern, Buntstiften, Spielzeug und Brettspielen für die Spielzimmer und natürlich jeder Menge süßer Überraschungen für die kleinen Patienten. Im Krankenhaus warteten auf uns schon dessen Mitarbeiter und ein wunderbarer großherziger Mensch: Aljonuschka. Sie unterstützte unser Projekt dadurch, dass sie ein schönes Fest für die Kinder organisiert hat: in die Abteilung kam ein echter fröhlicher Clown! Wir danken Dir, liebe Aljona, für diese Freude, die Du den Kindern geschenkt hast! Auch bedanken wir uns herzlich bei Svetlana Eliseeva, die zu der Organisation dieses Festes einen Riesenbeitrag geleistet hat. Unser Dank gilt natürlich auch der Frau Dr. Irina Iljinitschna Spitschak (Leiterin des Zentrums) und der Frau Dr. Elena Valerievna Bascharova (Abteilungsleiterin), die uns die Durchführung dieses Festes gestattet haben.

Völlig Recht haben diejenigen, die meinen - es sei UNMÖGLICH, sich an das Ansicht der kranken Kindern, dessen Leid, an die Kinderaugen, die trotz allem so viel Hoffnung ausstrahlen, zu gewöhnen. Während unseres kleinen Festes bat uns eine Erzieherin, eine kleine Rede zu halten. Aber die Tränen, gegen die wir vergeblich anzukämpfen versuchten, haben uns daran gehindert, auch mal ein Teil der aufmunternden Worte auszusprechen, die wir den kleinen mutigen Kämpfern und deren Muttis unbedingt sagen wollten. Wir bekamen phantastische Geschenke – die wurden von den Kindern und ihren Muttis selbst gebastelt. Das sind für uns die teuersten Geschenke! Ein Teil davon werden wir unbedingt auch an zwei weitere deutsche Hilfsorganisationen übergeben, die dieses Projekt großzügig unterstützt haben.

Während des Festes schaute ich in die Gesichter der Kinder und deren Mütter. Vor meinen Augen passierte ein Wunder. Obwohl für eine kurze Zeit, aber das war ein richtiges WUNDER!!! Die Augen der Kinder lebten auf, fingen an zu funken, Lächeln kam auf die Gesichter, ein fröhliches Lachen war plötzlich zu hören. Für eine kurze Zeit haben die Gesichter der Mütter sich entspannt, die Falten, verursacht durch Kummer, Leiden und schlaflose Nächte, glätteten sich ein bisschen. Die Mütter freuten sich für ihre Kinder, freuten sich mit ihren Kindern zusammen. In diesem Moment habe ich verstanden, wie wenig diese Kinder brauchen, um in dieser schweren Lebenssituation ein Stück glücklicher zu werden – lediglich etwas ZUWENDUNG!

Nach unserem kleinen Fest und den Gesprächen mit den Ärzten über die Bedürfnisse des Zentrums gingen wir durch die Stationen, besuchten diejenigen Kinder, die leider bei dem Fest nicht anwesend sein konnten. Danach versammelten wir uns im Spielzimmer, wo wir die restliche Zeit dem Spielen und dem Malen gewidmet haben. Plötzlich kam ins Zimmer – in großer Eile - eine der Mütter, mit einem Malbuch in der Hand. Sie hat festgestellt, dass eines der Mädchen, Regina, sich sehr viel Mühe gab und schnell noch im Malbuch ein paar Bilder ausgemalt hat, damit wir ihre Kunst noch bewundern können. Ein weiteres Mädchen, die zweijährige Olenka, die zunächst uns gegenüber sehr vorsichtig war und ängstlich auf unsere Schutzmasken schaute, schloss mit uns dann eine dicke Freundschaft und ließ mich sogar ihr Kunststoffpferdchen reiten.

Während wir uns dem Spiel mit den Kindern hingaben, beobachteten wir einen großartigen Menschen – die Erzieherin Marina Yakovlevna. Jedes Wort über ihre Schützlinge war voll von Wärme und Liebe. Die Lebensgeschichte jedes Kindes kennt sie auswendig. Über ihre Arbeit erzählt sie mit Stolz und sie kann darauf wirklich stolz sein. Ihr gilt der herzlichste Dank und der größte Respekt für all das, war sie für diese Kinder tut!

Wir möchten uns auch bei den anderen hilfsbereiten Menschen bedanken – Lena Rozhkova, Olga Martyuschova, Pavel Skorobogatov, die sich nicht nur Zeit für die Spiele mit den Kindern nahmen, sondern auch sich und ihre Autos für Einkäufe und Klinikbesuche zur Verfügung stellten.

Der Abschied fiel uns sehr schwer, aber die Zeit war gekommen. Nachdem ich das Krankenhaus verlassen habe, merkte ich plötzlich, dass ich von diesen Kindern eine ganz große Ladung positiver Energie bekam. Es ist so gekommen, dass diese großartigen Kinder und ihre Mütter mir viel mehr gegeben haben, als ich ihnen...

Hier ist ein kleiner Photobericht.